Die Generationenschere spaltet den deutschen Medienmarkt

Studie „Media Consumer Trends 2026“ von Deloitte

Während die digitale Transformation die Medienlandschaft im Eiltempo umpflügt, zeigt die aktuelle Deloitte-Studie „Media Consumer Trends 2026“ ein Bild der extremen Gegensätze. Besonders in den Bereichen Print und Audio wird deutlich: Das Geburtsdatum entscheidet heute mehr denn je darüber, wie wir uns informieren und unterhalten lassen.

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Video: KI-generiert, Freepik

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Print in der Abwärtsspirale: Lokales als letzter Rettungsanker?

Für die klassischen Verlagshäuser sind die Zahlen der aktuellen Erhebung ernüchternd. Die Nutzung gedruckter Zeitungen und Zeitschriften befindet sich in einer „ungebremsten Abwärtsspirale“.

  • Nutzerschwund: Nur noch 47 % der Deutschen lesen gedruckte Zeitungen oder Magazine; bei den unter 25-Jährigen sind es sogar nur 21 %.

  • Abo-Krise: In weniger als 12 % der Haushalte existieren noch Abos für gedruckte Tageszeitungen.

  • Kein „Vinyl-Effekt“: Im Gegensatz zur Schallplatte gibt es bei Print keinen Trend zur haptischen Rückkehr; die Nutzung sank im Vorjahresvergleich stärker als bei jedem anderen Medium.

  • Lokaler Hoffnungsschimmer: 24 % der Befragten sehen lokale Themen als möglichen Grund für ein Bezahlabo.

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Audio-Markt: Das Radio als Fels in der Brandung?

Im Audio-Sektor behauptet sich das Radio als reichweitenstärkster Kanal, steht aber unter Druck durch wachsende Podcast-Konkurrenz.

  • Informationsvorsprung: 54 % der Deutschen fühlen sich vom Radio besser informiert als von Podcasts (19 %).

  • Jugendschwund: Nur noch 38 % der unter 25-Jährigen schalten regelmäßig das Radio ein.

  • Besitzwunsch: 53 % wollen ihre Lieblingsmusik weiterhin physisch besitzen, was das Vinyl-Comeback (9 % wöchentliche Nutzung) befeuert.

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Video & Streaming: Nutzung wächst über Sättigung hinaus

Obwohl die Anzahl der Abos pro Haushalt stagniert, verbringen die Deutschen mehr Zeit mit Streaming-Diensten.

  • Nutzungssieger: SVoD verzeichnet mit einem Saldo von +24 % den höchsten Zuwachs bei der Nutzungsdauer.

  • TV-Resilienz: Das lineare Fernsehen bleibt stabil; 78 % der Deutschen schauen weiterhin überwiegend klassisches Programm.

  • Aggregation: Da 50 % das Angebot als unübersichtlich empfinden, würden 43 % der Nutzer ihre Verträge bündeln, sofern ein Preisvorteil winkt.

Social Media: Die Spaltung der Nutzerschaft

Social Media bleibt das Medium mit der größten Basis, zeigt aber demografische Risse.

  • Generations-Gap: Während die Nutzung bei den Jüngeren massiv boomt (Saldo +28 %), ziehen sich Nutzer ab 55 Jahren zunehmend zurück.

  • Vertrauenskrise: Zwei Drittel der Befragten sehen Deepfakes als Gefahr, da sie KI-Inhalte nicht mehr sicher identifizieren können.

Künstliche Intelligenz: Zwischen Skepsis und Zahlungsbereitschaft

KI ist im Medienalltag angekommen und wird zunehmend aktiv für Content-Kreation genutzt.

  • Einsatzgebiete: Beliebt sind vor allem die allgemeine Informationssuche (35 % Nutzung) und die Nachrichtenrecherche (29 %).

  • Budget für GenAI: Fast 40 % der mittleren Altersgruppen sind bereit, für monatliche KI-Abonnements zu bezahlen.


Fazit: Die „Generationenschere“ öffnet sich 2026 weiter. Medienhäuser müssen ihre Strategien radikal auf spezifische Altersgruppen zuschneiden, um im Wettbewerb um den „Share of Time“ zu bestehen.

Die Generationenschere spaltet den deutschen Medienmarkt